Die besten Festivalsets 2018

Die besten Festivalsets 2018


Da sich 2018 nun seinem Ende zuneigt, möchten wir noch einmal in den Erinnerungen des Festivaljahres schwelgen und die Höhe- aber auch die Tiefpunkte der zahlreichen Festivalsets genauer beleuchten.

In diesem Jahr wurden wir mit hochkarätigen Comebacks so mancher Musiklegende verwöhnt und wurden Zeugen der aufregendsten neuen Persönlichkeiten der Musikszene. Für euch haben wir unsere Top 10 herausgesucht.

Von absurd und aggressiv über charmant und bissig bis hin zu einzigartig und unvergesslich: Hier sind die besten Festivalsets aus dem Jahr 2018:


Arctic Monkeys, TRNSMT

 

Die geduldigen Fans sehnten sich in diesem Jahr nach der Fortsetzung des weltbekannten Albums AM aus dem Jahr 2013 – Alex Turner und seine Gang hatten da aber etwas ganz anderes im Sinn. Mit den retro-futuristisch dystopischen Texten und den Lounge-Jazz-Klängen von Tranquility Base Hotel and Casino spaltete die Band die Meinungen ihrer Fangemeinde und rief gleichermaßen Entzückung wie auch Entsetzen hervor.

Bei ihrer triumphalen Rückkehr ins Vereinigte Königreich beim TRNSMT bewies die Band mit ihren hymnenartigen Songs jedoch, dass sie noch immer die Indie-Rock-Giganten von früher sind und verleiteten das Publikum sogar zum wilden Mitgrölen bei einer ihrer neuen Singles „Four Out Of Five“. Mit vielen alten Tracks auf dem Line-up schien es uns, als seien die Artic Monkeys nie weg gewesen.


Swedish House Mafia, Ultra Music Festival

 

Monatelang brodelten die Gerüchte, bis sich Swedish House Mafia Anfang des Sommers beim Ultra Music Festival, demselben Festival, auf dem sie einst das Handtuch warfen, wieder vereinten. Inzwischen wissen wir, dass die Truppe nächstes Jahr auf Tour geht. Während des Sets hatten die Fans noch keine Ahnung und müssen sich gefühlt haben, als wären sie Teil einer Art Wiederauferstehung.

Das Set von Axwell, Sebastian Ingrosso und Steve Angello hielt jede Menge schnelle Breaks, Trap-Bass-Crescendos und natürlich Hits wie „Don't You Worry Child“, „Save The World“ und zum Abschluss „One“ bereit. Das Trio wurde dem Hype, der sie umgab, gerecht, was vermutlich auch zum Entschluss führte, wieder als Trio auf Tour zu gehen.


Stormzy, Wireless Festival

 

Das Set auf dem Wireless Festival war sozusagen der Vorbote der Headliner-Ankündigung für das Glastonbury Festival und bei der Show ist es auch kein Wunder, dass die Veranstalter Michael und Emily Eavis auf ihn aufmerksam wurden.

Bei seinem bahnbrechenden Headliner-Set nutzte Stormzy die Euphorie, die durch den Einzug der englischen Mannschaft ins Halbfinale der Weltmeisterschaft beschworen wurde. Er zollte außerdem den Opfern der Grenfell-Katastrophe Tribut und seine Bühnenpräsenz wurde durch das 40-köpfige Orchester und imposante Pyrotechnik verstärkt. Getoppt wurde das Spektakel dann noch von den 50.000 Fans, die gemeinsam die Fußballhymne „Three Lions“ grölten.


Charlotte De Witte, Tomorrowland

 

Dass das Set von Charlotte De Witte beim Tomorrowland neben den Headliner-Konzerten zu den am häufigsten angesehenen Clips zählt, hat gute Gründe: Mit dem abgefahrenen Bühnen-Design und ihrem kompromisslosen Techno-Sound versetzte sie das Publikum trotz grauem Nieselwetter regelrecht in Verzückung.

Ihr natürlicher Charme und ihre Fähigkeiten an den Decks, die sie bei dem Set in ihrer Heimat an den Tag legte, rissen das Publikum mit und bildeten auch die Basis für ein äußerst erfolgreiches Jahr für die Belgierin.


IDLES, Rock Werchter 

 

Die britische Punk-Rock-Band IDLES ist zurecht die Hype-Band des Jahres 2018. Der Band geht es darum, sich von veralteten Denkweisen rund um Maskulinität zu lösen und das bringen sie mit ihrem Speed-Punk-Rock der härteren Sorte gekonnt zum Ausdruck. Bei den Konzerten der Band erwarten dich jede Menge Fans und natürlich der obligatorische Moshpit.

Auch beim Rock Werchter machte die Band in Sachen wilder Gigs keine Ausnahme; in der glühenden belgischen Sommerhitze schmetterte die Band, in wenig schmeichelhafte Shorts bzw. im Falle des Gitarristen Mark Bowen in Unterhosen gekleidet, Songs von ihren neusten Alben Brutalism und Joy As An Act Of Resistance. Das Publikum grölte jede Liedzeile mit und crowdsurfte als ob es kein Morgen gäbe. Mit Freude durfte man feststellen, dass Punk lebt und wohlauf ist.


Lorde, Primavera Sound

 

Das Primavera Sound glänzte in diesem Jahr mit jeder Menge weiblicher Acts auf dem Line-up, was vermutlich auch den Anstoß für ein Gleichgewicht von männlichen und weiblichen Acts für das Line-up der Ausgabe 2019 unter dem Motto „The New Normal“ gegeben hat.

Lorde legte die beste Performance des Wochenendes hin. Für den letzten Abend lieferte die neuseeländische Popkünstlerin eine ordentliche Portion Melodramatik ab und verwöhnte uns mit den heiß ersehnten Songs ihres neusten Albums, das passenderweise den Titel Melodrama trägt. Ihre sanften und verspielten Balladen wurden von dem Publikum mit offenen Armen und Ohren empfangen und der Track „Green Light“ gab an diesem Abend das grüne Licht für wilde Tanzeinlagen.


M.I.A., Bestival

 

Angesichts der Tatsache, dass die Rapperin ihre Doku „MATANGI / MAYA / M.I.A.“ in diesem Jahr herausgebracht hat, hätte man annehmen können, dass sie sich in Sachen Live-Auftritte ein wenig zurücknehmen würde. Doch dies war keineswegs der Fall, denn bei ihrem Headliner-Set auf dem Bestival lieferte die provokante Künstlerin eine Show ab, die sich gewaschen hat.

Mit Ohrenschmäusen aus ihrem Repertoire eroberte sie die Herzen des kostümierten Publikums, das zu Tracks wie Arular, Matangi und AIM feierte. Zum Abschluss legte die Künstlerin das Politische beiseite und drehte den Party-Regler nochmal kräftig auf.


Travis Scott, Governor's Ball

 

Zwar war Travis Scott schon vor der Veröffentlichung seines dritten Albums Astroworld einer der renommiertesten Rapper der Welt, was er sowohl seinem Promistatus als auch seinem handwerklichen Geschick zu verdanken hat, dennoch bekräftigte der Rapper beim Governor's Ball im Sommer seinen Platz in der Elite.

Er begann sein Set eingehüllt in Flammen, ein krasser Kontrast zum trüben Regenwetter, und brachte das Publikum im Handumdrehen zum Toben. Als kleine Vorschau auf sein kommendes viertes Album lieferte der Rapper den Track „Stargazing“; natürlich waren auch ältere Songs wie „Mamacita“ und „90210“ mit dabei. Der Rapper, der sich derzeit mit beispiellosem Ruhm konfrontiert sieht, bewies eindeutig, dass dieser nicht von ungefähr kommt.


Bring Me The Horizon, Reading Festival

 

Auf dem Reading Festival gibt es jedes Jahr ein heiß ersehntes geheimes Konzert, das den Festivalbesucher*innen den gewissen „Ich war dabei“-Moment beschert und es manchmal sogar schafft, die angekündigten Headliner zu übertreffen. So war es auch bei der diesjährigen Ausgabe des Reading Festival, als Bring Me The Horizon am Nachmittag ihr Live-Comeback im Zelt von Radio 1 gaben.

Die neue Single „Mantra“ war erst wenige Wochen zuvor erschienen, die treuen Fans hatten den Text jedoch schon fleißig einstudiert und brüllten ihn dem Frontmann Oli Sykes entgegen. Das kompakte 40-minütige Konzert schien die Fans noch hungriger zu machen, aber zumindest zur Freude der britischen Fans ist die Band nächsten Sommer als Headliner beim All Points East am Start.


Beyonce, Coachella

 

Beyonce schrieb in diesem Jahr Festivalgeschichte, denn zum ersten Mal überhaupt stand auf dem kalifornischen Festival-Line-up eine schwarze Frau. Natürlich stahl die Künstlerin allen die Show und fragte sich zurecht, warum sie nicht schon viel früher gebucht wurde. Den Spitznamen Beychella hat sich Beyonce redlich verdient.

Das zweistündige Set mit unverkennbaren Hit-Giganten à la „Crazy In Love“ brachte uns zum Tanzen, Weinen und Jubeln. Nicht nur mit ihrer Stimme warf Bey das Publikum vom Hocker, sondern auch mit einer quasi Destiny's-Child-Reunion, als sie Kelly Rowland und Michelle Williams auf die Bühne holte. Die Köpfe hinter dem Coachella stehen nun vor der schier unlösbaren Aufgabe, das diesjährige Headliner-Set zu toppen. Ich würde ihnen einfach raten, Beyonce nochmal zu buchen.

 

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