New Music Fridays: Die Lieblings-Songs von Festicket


Happy Friday! Nur noch einmal schlafen, dann ist schon Dezember – der Monat der Weihnachtsfeiern, peinlichen Familienmitglieder, vollen Bäuche und leeren Konten. Lass dir den Start in den Monat mit dieser Auswahl der besten Neuerscheinungen der Woche versüßen. Wir haben in die neuesten Tracks von Earl Sweatshirt, Foxwarren und Jeff Tweedy sowie die neue energiegeladene Single von Grimes hineingehört.

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Earl Sweatshirt – Some Rap Songs


Mehr als acht Jahre ist es her, seit Thebe Kgositslile (besser bekannt als Earl Sweatshirt) sein Debüt-Mixtape Earl als nicht ganz so unschuldiger Teenager herausbrachte. Auf einer Ebene mit dem Kollektiv Odd Future zeigte Thebe in den 10 Tracks sein Können im Songwriting, schwarzen Humor und technisches Geschick, das aufgrund seines zarten Alters von 15 Jahren so manche Kritiker*innen in Staunen versetzte. Acht Jahre und zwei Studio-Alben später ist aus dem Jungen ein Mann geworden und seine neue Scheibe „Some Rap Songs“ wurde in Hip-Hop-Kreisen ungeduldig erwartet.

Entsprechend fällt das Album unkonventionell, sprunghaft und experimentell aus und ist ein Meisterstück des dekonstruierten Hip-Hop, wobei es die Mehrheit der Songs auf weniger als zwei Minuten und das gesamte Album auf eine Dauer von insgesamt weniger als 30 Minuten bringt. Auch sämtliche von Kanye produzierten Alben des Sommers weisen eine ähnliche Länge wie Some Rap Songs auf. Tierra Whack experimentierte auf Whack World sogar erfolgreich mit einminütigen Tracks.

Mit seinem neuen Werk hebt sich Earl Sweatshirt deutlich ab von den übermäßig langen und unnötig aufgebauschten Alben, die im Hip-Hop allgegenwärtig sind.JK


  

Grimes – We Appreciate Power (ft. HANA)


Ein unkonventioneller Track mit einem Hang zum Absurden, jedoch höchst ansteckendem Pop-Metal von Grimes aka Claire Boucher. Den Track umgibt ein Vibe der frühen 90er-Jahre mit flackernden Nu-Metal-Riffs, die Grimes engelsgleichen Gesang, der sich über den industriell soliden Beat zieht, untermalen. Der Track scheint sonderbarerweise von sowohl Reznor als auch Enya beeinflusst zu sein.

Ihre Tourpartnerin HANA übernimmt einen Teil des Gesangs, wodurch mehr Gewicht auf Bouchers Können in Sachen Produktion gelegt wird. Während der Aufnahmen von „Art Angels“ trennte sich Boucher von der Popstar-Attitüde, die Grimes umgibt, und bewies, dass ihre Stärke eher im Studio als im Zentrum der Aufmerksamkeit liegt. Es ist dennoch Grimes Persönlichkeit, die das Werk einzigartig macht.

„We Appreciate Power“ ist eine Hymne für weibliches Empowerment (Elevate the human race, putting makeup on my face), aber auch ein Beispiel für Bouchers Vorliebe fiktive Welten zu schaffen, in denen sich ihre Charaktere entfalten können. Stell dir eine Mischung aus rebellischen Cyber-Punks/Vampiren/Tank Girls/Mangas vor, die einen patriarchischen Herrscher stürzen. Typisch Grimes eben.TC


Foxwarren – Foxwarren


Im Jahr 2016 brachte uns der Singer-Songwriter aus der kanadischen Provinz Saskatchewan mit The Magician einen Indie-Track aus düsterem Folk mit psychedelischem Einschlag und natürlich Shaufs eigenwillig sehnsüchtigem Gesang.

The Party war weltweit auf so manchen Album-des-Jahres-Listen zu finden und seine Europa-Tour war zu großen Teilen ausverkauft. Bevor der junge Musiker jedoch seine eigenen Wege ging, spielte er zusammen mit drei Freunden in der Band namens Foxwarren.

Zehn Jahre später ist ihr Debüt-Album endlich fertig. Die warme Produktion von „The Party“ bleibt und akzentuiert die verschiedenen Stimmungen und Stile der Songs: von der gedrückten Lead-Single „Everything Apart“ über den nostalgische Vibe, der im gemächlichen „Sunset Canyon“ aufkommt bis hin zum heiteren „Fell Into A Dream“. Das Jahr mag zwar fast zu Ende sein, jedoch könnte dies noch ein Anwärter für das Album des Jahres sein. Ganz nebenbei eignet es sich perfekt für gemütliche Winterabende im Kreise der Liebsten.JB


Arctic Monkeys – Anyways


Die Arctic Monkeys sind zurück. Auf dieser B-Seite croont Turner, was das Zeug hält. Gleich gegen Anfang des Tracks erwähnt Turner Bing Crosby, was unnötig erscheint, denn die Einflüsse sind ganz offensichtlich.

Die Fliege wurde gelockert, der oberste Hemdknopf geöffnet und der schwere Dunst von Zigaretten und Whiskey vernebelt einem die Sinne. „Anyways“ ist zweifelsohne der Sound einer Nacht, die viel zu lange ging. AW


Brian Jonestown Massacre –
 Forgotten Graves


Mit ordentlich Hall, Delay und Tamburin führt die neue Single von The Brian Jonestown Massacre den psychedelischen 60er-Jahre-Rock-Sound weiter, den die Band in ihrer unerschütterlichen, wenn auch turbulenten Karriere geschaffen haben. Die Single, bei der Newcombe wieder einmal sein Händchen für Songs beweist, die gleichzeitig klassisch, aktuell und zeitlos sind, werden die unverwechselbaren Chord-Strukturen wiederbelebt.

Die Single erschien gemeinsam mit der B-Seite „Tombes Oubliées“ (scheinbar derselbe Track, wobei Newcombes Gesang durch sinnliche französische Vocals eingetauscht wurde). Forgotten Graves ist nicht die Neuerfindung des Rads, jedoch ist der Retro-Sound von BJM noch immer frisch, bewegend und unwiderstehlich. TC


Chance The Rapper – 'The Man Who Has Everything'


Nach der Veröffentlichung von „Work Out“ und „I Might Need Security“ in diesem Jahr folgen heute mit „My Own Thing“ feat. Joey Purp und „The Man Who Has Everything“ zwei weitere Singles von dem Wunderkind aus Chicago. Erstere ist typisch lebhaft, während „The Man Who Has Everything“ etwas behäbiger und mit warmen Schallplattenknistern daherkommt – pünktlich zur Weihnachtszeit stellt Chance den Wert materieller Dinge in Frage. JB

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